
27/01/2025
Hallo @ all!
In der nächsten Zeit möchten wir hier Teams zu Wort kommen lassen, die etwas außergewöhnliches erlebt haben oder einfach tolle Erfahrungen gemacht haben und diese mit euch teilen wollen.
Beginnen wird Nadja mit ihrem Klajd. Der Prinz von Serbien, wie Nadja ihren Klajd gerne nennt, hat eine schwere Operation am Rücken hinter sich. Lest selbst, wie die beiden diese Situation meistern. Wir können hier nur den größten Respekt zollen.
Klajd kam mit ca. 3,5 Jahren aus dem Auslands-Tierschutz im März 2021 zu uns. Wir starten mit dem Hundetraining Corona-bedingt erst im September des gleichen Jahres und sind seitdem eifrig dabei.
Unsere stetige Arbeit in unterschiedlichen Bereichen wurde im Herbst 2023 belohnt! Wir bestanden gemeinsam die IGP BH VT mit Erfolg. Juhu!!! Es war kaum zu fassen, denn der Weg dahin war nicht immer leicht.
Aber jetzt hatten wir Blut geleckt und wollten weitere Erfolge anstreben. Rally-Obedience und Obedience in der Beginner-Stufe war das Ziel. Wir haben fleißig weiter trainiert und waren auf einem guten Weg. Doch Klajd ging es nicht gut und der Gesundheitszustand wurde schlechter. Einige Besuche bei unserer Tierärztin und diverse Untersuchungen brachten im Juli 2024 die Diagnose Spondylose. Eine degenerative Wirbelsäulen-Erkrankung, die nicht heilbar ist. Aber man/ein Hund kann damit leben. Klajd bekam Medikamente und die Hoffnung war groß, dass sich der Zustand stabilisiert.
Leider ging es weiter steil bergab. Nach einer CT-Untersuchung im August 2024 der Schock und die zusätzliche Diagnose: Cauda equina L7/S1 mit Kompression und bereits eingesetzter Muskelatrophie.
Jegliches Training musste sofort eingestellt werden und wir durften nur 2–3-mal pro Tag 15 Minuten zum Gassi gehen. Sonst war Ruhe angesagt.
Nach guter Überlegung und Gesprächen mit den Ärzten haben wir uns entschieden Klajd operieren und eine Laminektomie durchführen zu lassen. Kein leichter Eingriff. Es ist ein Versuch und es gibt keine Garantie auf Erfolg. Aber wir hatten keine andere Wahl und wurden belohnt. Klajd hat alles gut überstanden, aber wie geht es weiter?
Schritt für Schritt haben wir uns jeden Tag ein paar Meter mehr erarbeitet. Ab sofort war auch ein Wagen unser ständiger Begleiter. Aufgeben war keine Option.
Zwei Mal pro Woche hatte Klajd Physiotherapie, um die Blockaden und Verspannungen zu lockern. Aber was ist mit Training???
Das "normale" Training war erstmal auf Pause gesetzt, aber wir haben zu Hause fleißig trainiert.
Der Dogstepper hat uns dabei viel geholfen. So konnten wir Stück für Stück mit Hinterhandarbeit die Muskeln wieder aufbauen. Wir haben uns alles zu Nutze gemacht, was wir die letzten Jahre gelernt hatten.
Trotzdem musste auch das Köpfchen ausgelastet werden. Shapen konnten wir bereits, also war das sehr hilfreich. Auch die konzentrierte Gegenstandssuche kam erfolgreich dazu. So konnten wir Klajd ohne große körperliche Anstrengung seinen Ansprüchen und Anforderungen entsprechend während der "heißen" Phase der Regeneration auslasten. Apportieren haben wir weiter gefestigt.
Nach 6 Wochen war der große Kontroll-Termin in der Tierklinik. Die Hoffnung und Erwartung waren groß. Wird Klajd wieder "alte" sein/werden können? Die Ärztin war sehr zufrieden und wir haben uns gefreut, doch dann kam die Ernüchterung.
Alles, was Spaß macht, war trotz erfolgreicher OP ab sofort verboten - Risiko zu hoch. Kein zerren und raufen, keine Berg-/ Schneeschuhtouren, keine gemeinsamen Jogging-Runden, Treppensteigen nur aufwärts, wenn er kann, abwärts nach Möglichkeit nicht, kein Springen/ Hüpfen, kein abruptes Abstoppen, kein Toben mit anderen Hunden... Ufff und jetzt???
Wir gaben nicht auf. Klajd liebt Hundetraining und wir sind zurück in unserer Gruppe. Trainiert wird tagesform-abhängig. So wie es geht, Hauptsache wir haben Spaß!!!
Auch im Mantrailing sind wir nach 10 Wochen wieder gestartet. Juhuuu!!! Die Trails für Klajd werden immer auf seine Tagesform abgestimmt. Geht es ihm nicht ganz so gut, sind sie nur kurz, aber er hat Spaß und kommt zum Erfolg.
Klajd hat in der ganzen Zeit immer Lebensfreude gezeigt, egal wie schlecht es ihm ging. Wir sind noch sensibler geworden, um ihn noch besser lesen und verstehen zu können. Es lohnt sich dranzubleiben!
Auch ein kranker Hund mit Handicap kann im Hundesport/Hundetraining aktiv sein. Man muss nur seine Bedürfnisse erkennen.
Unsere Gassi Runden versuchen wir weiter auszuweiten. Immerhin schaffen wir 5 Monate nach der OP schon 3,5 km am Stück und sind stolz darauf. Wie lange wir dafür brauchen, ist erstmal egal.
Aber Hundetraining steht zusätzlich täglich auf dem Plan. Und ich kann jedem nur raten - es lohnt sich!
Klajd, du bist mein Seelenhund und wir gehen diesen Weg gemeinsam weiter. Egal wie steinig er ist - wir schaffen das!!! Danke, dass du uns gefunden hast.
Wer den beiden weiter folgen will, kann dies auf Instagram unter oder auf Facebook unter tun.