24/12/2025
Ein toller Beitrag unseres geschätzten Kollegen Patrick Blättler. Und genau deshalb schicken wir unsere Kunden bei Verhaltensauffälligkeiten zu ihm um eine solide medizinische Abklärung zu bekommen. Psyche und Somatik gehören nunmal untrennbar zueinander. Und nur so funktioniert professionelle Verhaltenstherapie und Hundetraining: nur Hand in Hand!
Wenn Verhalten medizinisch wird
In unserer Praxis begegnen wir immer wieder Hunden, die aufgrund von Verhaltensveränderungen vorgestellt werden. Sie reagieren gereizter, ziehen sich zurück, wirken unruhig, vermeiden Nähe oder zeigen plötzlich Abwehrverhalten. Nicht selten wird dann zuerst an Erziehung, Training oder „Charakter“ gedacht.
Was dabei oft übersehen wird: Verhalten kann ein Ausdruck von Schmerz sein.
Schmerz verändert nicht nur Bewegung, sondern auch das Nervensystem. Reizschwellen sinken, Stress nimmt zu, Berührungen oder Anforderungen werden schneller als unangenehm empfunden. Der Hund reagiert nicht „falsch“, sondern versucht, sich zu schützen. Besonders bei chronischen oder chronifizierten Schmerzen ist dieses Zusammenspiel von Körper und Verhalten sehr ausgeprägt.
Viele dieser Hunde zeigen keine deutliche Lahmheit. Sie funktionieren im Alltag weiter, kompensieren und passen sich an. Das Verhalten rückt dadurch stärker in den Vordergrund als die eigentliche Ursache. Wird es isoliert betrachtet, geraten Hunde schnell in eine falsche Schublade, obwohl ein medizinischer Hintergrund besteht.
Funktionelle Orthopädie und Schmerzdiagnostik setzen genau hier an. Sie helfen, Verhalten im Kontext von Bewegung, Belastung und körperlichen Anpassungen zu verstehen. Erst wenn medizinische Ursachen mitgedacht werden, kann Verhalten sinnvoll eingeordnet und nachhaltig begleitet werden.
Wichtige Anmerkung: Nicht jedes Verhaltensproblem ist medizinisch (!!!) Aber jedes Verhaltensproblem verdient die Frage: Könnte Schmerz eine Rolle spielen?