Tierarztpraxis & Hundeschule Dr. Susanne Lautner

Tierarztpraxis & Hundeschule Dr. Susanne Lautner Hundeschule Tierarztpraxis Verhaltenstherapie Liebe Interessenten! Ich bin Tierärztin mit einer Praxis in 1130 Wien und betreibe auch eine Hundeschule.

Unsere Hunde sind die wunderbarsten, verständnisvollsten, mitfühlendsten Wesen an unserer Seite. Sie haben das Recht, respektiert zu werden und ein artgerechtes Leben zu führen. Wir haben die Verantwortung in der bestmöglichsten Weise für sie zu sorgen, abgestimmt auf ihre Persönlichkeit und ihre Bedürfnisse. Ich bringe Ihnen und Ihrem Hund mit positiv verstärkten Methoden bei miteinander zu kommu

nizieren. Dadurch entwickelt sich eine Beziehung, die auf gegenseitigem Vertrauen aufgebaut ist. Ihre,
Dr. Susanne Lautner

01/12/2025

🚨 WARNUNG AN ALLE HUNDEBESITZER! Bitte unbedingt lesen & teilen! 🚨
​Liebe Hundefreunde, liebe Patientenbesitzer der Tierarztpraxis Ullmann,

​wir müssen reden. Und zwar über ein Thema, das uns hier in der Praxis immer wieder das Herz bluten lässt – und euren Hunden unfassbare Schmerzen bereitet. Es geht um den vermeintlich "natürlichen und gesunden" Kausnack, der in jedem Zoofachhandel als das Nonplusultra angepriesen wird:

​🦌 DAS HIRSCHGEWEIH (und andere harte Knochen/Hörner) 🦌
​Wir sehen es leider viel zu oft. Ihr wollt eurem Vierbeiner etwas Gutes tun. Er soll lange beschäftigt sein, Zahnstein abreiben, "Natur pur" kauen. Doch was gut gemeint ist, endet für das Gebiss eures Hundes oft in einer absoluten Katastrophe!

​⚠️ DIE HARTE REALITÄT IN DER PRAXIS ULLMANN

Es vergeht kaum eine Zeit, in der wir nicht Hunde auf dem OP-Tisch haben, deren Zähne wortwörtlich explodiert sind. Wir müssen hier Tacheles reden: Hirschgeweihe sind härter als Hundezähne.
​Wenn ein Hund (und das gilt gerade für die großen Rassen mit enormer Beißkraft!) mit voller Wucht auf so ein steinhartes Geweih beißt, gibt das Geweih nicht nach. Wer nachgibt, ist der Zahn. Immer.
​Wir operieren regelmäßig Wurzelreste heraus, entfernen gesplitterte Backenzähne und sehen das Leid, das vermieden werden könnte. Es ist eine Zahn-Katastrophe, die wir stoppen müssen!

​❌ WARUM IST DAS SO GEFÄHRLICH? (5 BEISPIELE DES SCHRECKENS) ❌
​Hier sind die konkreten Nachteile und Gefahren, die wir tagtäglich sehen:
​Die Scheibenfraktur (Slab Fracture): 🦷💥
Das ist der Klassiker beim großen Backenzahn (P4). Der Hund beißt drauf, und eine ganze Scheibe des Zahns platzt seitlich ab. Das sieht man oft erst gar nicht, aber der Zahnnerv liegt oft frei oder ist nur noch dünn bedeckt.

​Der offene Nerv (Pulpitis): 🔥
Wenn der Zahn bricht, liegt der Nerv (die Pulpa) oft blank. Das sind höllische Zahnschmerzen – vergleichbar damit, wenn wir auf ein Eis beißen, nur dauerhaft! Hunde jammern oft nicht, sie leiden still, fressen weiter und ertragen die Qual.

​Wurzelabszesse & Kieferentzündungen: 🦠
Durch die Risse dringen Bakterien tief in den Kieferknochen ein. Das führt zu eitrigen Abszessen, die sich manchmal erst zeigen, wenn unter dem Auge des Hundes eine dicke Beule entsteht. Dann hilft nur noch die OP in der Tierarztpraxis Ullmann – der Zahn muss raus!

​Auch für "Große" gefährlich: 🐕
Viele denken: "Ich habe einen Schäferhund/Rottweiler/Labrador, der kriegt alles klein." FALSCH! Gerade weil diese Hunde so viel Kraft im Kiefer haben, ist der Druck auf den Zahn beim Aufprall auf das Geweih so enorm, dass der Zahn sofort bricht. Physik lässt sich nicht austricksen.

​Mikrorisse & Schmelzschäden: 📉
Selbst wenn der Zahn nicht sofort komplett abbricht: Das ständige Reiben auf diesem steinernen Material schmirgelt den Zahnschmelz ab und verursacht mikroskopisch kleine Risse, die den Zahn porös und anfällig machen.

​💡 WAS IST DIE ALTERNATIVE?
Bitte greift zu kau-elastischen Dingen!
✅ Getrocknete Kopfhaut
✅ Rinderohren
✅ Kautschuk-Spielzeug (Kong etc.)
✅ Spezielle Zahnpflege-Sticks, die nachgeben

​🛑 BITTE: Werft die Geweihe in den Müll.
Es ist das Geld nicht wert, wenn am Ende eine teure Zahn-OP und ein traumatisierter Hund stehen. Wir in der Tierarztpraxis Ullmann wollen gesunde Zähne sehen, keine Scherbenhaufen im Maul!

​📢 WIR BRAUCHEN EURE HILFE!
​Bitte helft uns, diesen gefährlichen Trend zu stoppen.

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​Jeder geteilte Beitrag kann einen Hundezahn retten!

​Euer Team der Tierarztpraxis Ullmann 🐾👨‍⚕️👩‍⚕️

26/10/2025

Artikel von Tierarzt Dr Ralph Rückert,

Wie schon angekündigt nun der zweite von drei Teilen über Schwurbelei in der Tiermedizin. Nachdem sich unter dem ersten Teil relativ viele Kommentare von Laienbehandlerinnen (Selbstbezeichnung "Tierheilpraktikerinnen") gefunden haben, hier nochmal der Hinweis, dass es in dieser Artikelserie um unwirksame und unethische Heilmethoden IN DER TIERMEDIZIN geht, nicht um Laienbehandlerinnen. Ich kann ja als vierten Teil (widerwillig, weil mich das Thema eigentlich nicht wirklich interessiert) auch noch über "Tierheilpraktikerinnen" schreiben, so dass sich dort dann für diesen Personenkreis die Möglichkeit zum Kommentieren ergibt.

Schwurbelei in der Tiermedizin (Teil 2): Deserteure, Profiteure und Verräter

Von Ralph Rückert, Tierarzt

Das Universum der wissenschaftlichen (Tier-)Medizin ist beängstigend groß und dehnt sich mit rasanter Geschwindigkeit aus. Ich weiß nicht, wie es aktuell aussieht, aber in den 90ern gab es mal die Faustregel, dass sich das medizinische Wissen innerhalb von fünf Jahren jeweils verdoppelt. Für uns Mediziner:innen ist das ein echtes Problem. Wirklich und permanent am Ball zu bleiben, keine neuen, für unsere Patienten relevanten Entwicklungen zu versäumen, ist eine kraftraubende Anstrengung, an der man manchmal schier verzweifeln kann und am Ende der Karriere meist tatsächlich verzweifelt, weil einem mit zunehmender Erfahrung immer klarer wird, was man alles noch nicht weiß und auch nie wissen wird. Jede(r) reagiert auf ihre/seine Weise auf diese Herausforderung. Manche ruinieren sich, ihre Gesundheit, ihre Familien, ihre Beziehungen, und schaffen es trotzdem, als an beiden Enden brennende Kerzen zu unser aller Nutzen Licht ins Dunkle zu bringen und herausragende Arbeit zu leisten. Die meisten von uns versuchen mehr oder minder erfolgreich, unter Beibehaltung einer wenigstens halbwegs vernünftigen Work-Life-Balance ihren Patienten gute (Tier-) Ärzt:innen zu sein und zu bleiben. Einige (zu viele!) verzweifeln, scheitern, nehmen sich das Leben, landen in der Psychiatrie.

Und dann gibt es noch die, die – meist recht früh in ihrer Karriere – einfach desertieren, sich in Feigheit vor dem Feind aus dem Universum der Wissenschaft davonstehlen und sich in ein warmes, gemütliches, kleines Loch verkriechen, von dem aus sie die kalt leuchtenden Sterne wissenschaftlicher Erkenntnis endlich nicht mehr sehen müssen. Dieses Loch hat viele wohlklingende Namen: Alternativmedizin, Komplementärmedizin, Integrative Medizin, Homöopathie, Bioresonanz, Tierkommunikation, usw. und so fort! In Wirklichkeit geht es bei diesem Loch aber eher um einen Abgrund, nämlich den der Quacksalberei und der Kurpfuscherei auf Kosten der Patienten.

Warum ist dieses Schlupfloch so gemütlich, so ausgesprochen attraktiv für die, deren Resilienz, deren Fleiß und deren Hartnäckigkeit für ein Leben in und mit der wissenschaftsbasierten (Tier-)Medizin einfach nicht ausreichen?

-Zum einen kommt der rein theoretische Unterbau pseudomedizinischer Verfahren, so verschwurbelt-kompliziert er den nichtsahnenden Laien auch dargestellt werden mag, gerade mal auf einen Lernumfang, den sich durchschnittliche Tiermedizinstudent:innen in ein paar Wochen Semesterferien reinzuziehen in der Lage wären. Das ist also im Vergleich zu dem, vor dem man davongelaufen ist, sehr überschaubar und maximal unterkomplex, zumal es bei definitiv wirkungslosen Methoden ja auch völlig egal ist, ob man gut oder schlecht, viel oder wenig lernt. Sitzt man in einem Auto ohne Motor, spielen fahrerische Fähigkeiten nun mal nicht die geringste Rolle.

-Zum zweiten ist die Welt der Pseudomedizin statisch, völlig in sich geschlossen. Es tut sich rein gar nichts, in der Homöopathie seit nun über 200 Jahren. Was sollte sich auch tun? In einer Pseudowissenschaft kann es – wenn überhaupt – nur Pseudoforschung und Pseudoentwicklung geben, die man getrost ignorieren kann. Um wieder das gleiche Bild zu bemühen: Ein Auto ohne Motor hat natürlich rein gar nichts von einem Software-Update oder neuen Reifen. Stetige anstrengende und teure Weiterbildung, wie sie die wissenschaftlichen Mediziner:innen ihr ganzes Leben begleitet, ist schlicht nicht erforderlich.

-Zum dritten herrscht in fast allen Alternativverfahren ein striktes Schuldprinzip, meist zu Lasten des Patienten und/oder seiner Vorbehandler, soll heißen: Eine schicksalshafte Erkrankung gibt es nicht, irgendwas oder irgendwer ist immer schuld, nie und auf gar keinen Fall aber die alternativmedizinische Therapeutin oder das angewandte Verfahren. Gleich als erstes wird der Patient mal schnell als „austherapiert“ (eine typische pseudomedizinische Vokabel) tituliert. Dann ist man – wenn doch noch Selbstheilung unter Globuli-Gabe eintritt – auf jeden Fall der Held. Klappt das nicht, kann man die Schuld locker auf die verblendeten „Schulmediziner“ schieben, die den Karren angeblich in den Dreck gefahren haben. Und geht mal was so richtig in die Hose, hat man immer noch die Quacksalber-Vollkaskopolice „Erstverschlechterung“ in der Hinterhand.

-Viertens zieht man sich sehr elegant aus der Affäre, was die nervenzerfetzenden High-Risk-Bereiche der Medizin angeht. In der kuschligen Welt der Pseudomedizin gibt es keine Operationen oder internistischen Intensivbehandlungen, bei denen das Leben der Patienten auf Messers Schneide steht, wo dir als Arzt ständig der Tod über die Schulter schaut und auf den einen Fehler wartet.

-Fünftens und ganz wichtig: Man steht nicht mehr – wie in der Wissenschaft nun mal üblich – unter permanenter Beobachtung und in der Kritik der Peer Group, der Kolleginnen und Kollegen. In der wissenschaftlichen Medizin muss man sich ständig rechtfertigen, ob als Praktiker oder als Forscher, denn Fehlleistungen sind häufig durchaus beweisbar. In einem System jedoch, wo nichts, aber auch gar nichts beweisbar ist und sowieso jeder einfach sein Ding durchzieht, fällt dieser hässliche Druck komplett weg. Dass sich Homöopath:innen gern mal zum Zeitvertreib gegenseitig die Augen auskratzen, wenn ihre Ansichten ein, zwei Verdünnungsstufen auseinander liegen, ist im Vergleich zur ständigen Aufsicht durch die Peer Group ja eher Kindergarten.

-Sechstens kann man sich wunderbarerweise fest darauf verlassen, mit seiner Schwurbelei ausreichend Erfolge zu feiern, nämlich genau bei den ca. 80 Prozent der Patienten, die sowieso von selber wieder gesunden, selbst wenn man sie als alleinige Therapie mit frischen Pferdeäpfeln bewerfen würde. Das ist eine Tatsache, die offenbar sehr viele Menschen einfach nicht begreifen können. In jeder öffentlichen Diskussion über pseudomedizinische Verfahren wimmelt es von wissenschaftlich völlig irrelevanten Kommentaren im Sinne von „Mir bzw. meinem Tier hat das aber sehr geholfen, also wirkt es eben schon!“ und natürlich dem so berühmten wie denkfaulen „Wer heilt, hat recht!“. Alle Homöopathie-Fangirls und -boys schwadronieren zwar ständig vom Immunsystem, trauen ihm aber nicht das Geringste zu, solange es nicht mit Zuckerkügelchen bombardiert wird.

-Last but not least: In der Pseudomedizin kann man sich felsenfest auf eine blind gläubige Kundschaft verlassen. In den vielen Diskussionen zum Thema Homöopathie und anderer Schwurbelmethoden ist oft von „Glauben“ die Rede. Das ist durchaus nachvollziehbar. Hängt man einer Heilslehre an, die Prinzipien folgt, deren Gültigkeit weder jemals bewiesen wurde, noch nach den Gesetzen des bekannten Universums jemals bewiesen werden kann, muss Glaube dabei ja eine ganz entscheidende Rolle spielen. Deshalb handelt es sich bei der Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Pseudomedizin zumindest von Seiten der Schwurbel-Fans um einen Religionskrieg, was durch die geradezu tollwütig-dogmatische Art der Diskussionsführung trefflich belegt wird. Am Ende bleibt halt eines Fakt: Eine evidenzbasierte Therapie funktioniert völlig unabhängig von irgendeinem Glauben. Fängt sich jemand die Pest ein, was ja in großen Teilen der Welt durchaus immer noch passieren kann, bekommt er 10 Tage lang ein Antibiotikum. Ist dieses Antibiotikum richtig gewählt, wird es frühzeitig eingesetzt und korrekt eingenommen, funktioniert das – bei einer Krankheit, die in früheren Zeiten die Population eines ganzen Kontinents mal schnell halbieren konnte – zu über 90 Prozent. Keiner der Beteiligten, weder der Arzt, noch der Patient oder der Erreger muss dabei an irgendwas glauben. Behandelt man dagegen den Pestpatienten mit Globuli, wird er in mindestens der Hälfte der Fälle einfach unter großem Leiden sterben, völlig egal, an was er glaubt.

Man sieht: Der Gründe, aus der evidenzbasierten Medizin auf Nimmerwiedersehen zu desertieren, gibt es viele. Nun wird ja häufig so argumentiert, dass diese Deserteure für die wissenschaftliche Medizin kein echtes Problem darstellen würden. Das gern als „Blick über den Tellerrand“ bemäntelte und glorifizierte Verkriechen in ihr kleines Loch mag sie ja gut und gerne vor Burnout und anderen hässlichen Problemen bewahren, und sie würden sich schließlich um Kund:innen kümmern, die sonst keiner so richtig haben will. Diese Kund:innen wiederum seien bei einer Medizinerin/einem Mediziner, die/der sich auf Pseudomethoden verlegt hat, immer noch um Welten besser aufgehoben als bei irgendwelchen selbstermächtigten Laienbehandler:innen. Mit einem Tiermedizin-Studium in der Tasche hätte man (zumindest theoretisch!) immerhin das Rüstzeug, um zuverlässig einschätzen zu können, wann Schluss ist mit lustig und die echte Medizin wieder ran muss. Außerdem müsse man doch dieses fruchtbare Feld beackern, bevor es die (Tier-)Heilpraktiker:innen machen!

Diese angesichts der ad nauseam bewiesenen Wirkungslosigkeit und/oder sogar Schädlichkeit der Schwurbelverfahren medizinethisch höchst fragwürdige, wenn nicht gar abscheuliche Argumentation haben sich medizinische und tiermedizinische Institutionen und Organisationen leider über Jahrzehnte und teilweise bis heute zu eigen gemacht. Und DAS ist das eigentliche Problem! Stoße ich auf vereinzelte Kolleginnen und Kollegen, die Pseudomedizin anbieten, kann ich – wenn es nicht zu viele werden – noch die Schultern zucken, mir meine Gedanken machen und den Kontakt einfach vermeiden.

Wenn aber Landestierärztekammern weiterhin Zusatzbezeichnungen für beweisbar wirkungslose Methoden wie die Homöopathie in ihren Weiterbildungsordnungen stehen haben und wenn Presseorgane der organisierten Tierärzteschaft mit dem ungenierten Abdrucken entsprechender Schwurbel-Artikel der Quacksalberei eine Bühne zur Selbstbeweihräucherung bieten, dann ist das durchaus öffentlich sichtbar und fällt am Ende auf uns alle zurück. Das ist nicht nur meiner Meinung nach wirklich unerträglich, denn genau darauf berufen sich (fast schon verständlicherweise) die Fans der Pseudomedizin in jeder Diskussion: „Da gibt es doch eine ganz offizielle Zusatzbezeichnung! Und neulich ist im Deutschen Tierärzteblatt ein großer Artikel abgedruckt worden, der ganz klar bewiesen hat, dass Homöopathie eben doch wirkt und ein ganz wichtiger Beitrag zur Tiergesundheit ist!“

Ja, so ein Artikel mit dem Titel „Regulationsmedizin – Mehr als nur eine Alternative“ ist vor Jahren tatsächlich im Zentralorgan der deutschen Tierärzteschaft erschienen. Nur, dass er natürlich rein gar nichts bewiesen und ganz sicher keine wie auch immer gearteten Alternativen zu einem medizinisch begründeten Vorgehen aufgezeigt hat, sondern unter Anwendung rationaler, wissenschaftlicher Gesichtspunkte als dreiste Desinformation eingestuft werden musste. Über diese empörende Veröffentlichung in einem Printmedium, das bundesweit jeder Tierärztin und jedem Tierarzt als Zwangslektüre zugestellt wird, haben sich nicht wenige mir bekannte Kolleginnen und Kollegen beschwert. Sie bekamen daraufhin eine bemerkenswert absurde Antwort:

„Sehr geehrte(r) …, vielen Dank für Ihr Feedback zum genannten Artikel im Deutschen Tierärzteblatt. Mit den Zusatzbezeichnungen Akupunktur, Homöopathie und Biologische Tiermedizin ist die Regulationsmedizin in den Weiterbildungsordnungen aller 17 Landes-/Tierärztekammern enthalten. Laut Statistik der Deutschen Tierärzteschaft führten 2019 insgesamt 415 Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland diese Bezeichnungen. Solange die Möglichkeiten für diese fachlichen Spezialisierungen bestehen, hat diese Gruppe der Berufsausübenden auch das Recht, ihre Disziplin vorzustellen.“

Gerade mal 415 von über 40000 Tierärztinnen und Tierärzten in Deutschland! Rein zahlenmäßig eigentlich tatsächlich kein Problem, würden diese 415 nicht von der Bundestierärztekammer als Begründung dafür hergezogen, die anderen 99 Prozent zwangsweise und schambefreit mit so einem wissenschaftsfeindlichen und vorsätzlich desinformierenden Blödsinn zu traktieren! In der Humanmedizin haben inzwischen alle Landesärztekammern die Zusatzbezeichnung „Homöopathie“ aus ihren Weiterbildungsordnungen entfernt, sprich: Die Humanmedizin macht sich endlich ehrlich! Daumen hoch! Unsere Landestierärztekammern ziehen inzwischen zwar teilweise nach, einige bestehen aber immer noch mit fest zusammengekniffenen Augen, den Zeigefingern in den Ohren und laut Lalala schreiend darauf, sich weiterhin zu Spießgesellen eines fortgesetzten Betrugs an vertrauensvoll unsere Praxen aufsuchenden Tierbesitzer:innen zu machen. Dass es durchaus einige oder gar viele Kund:innen gibt, die fest darauf bestehen, verschaukelt oder betrogen zu werden, ändert an der moralischen Verwerflichkeit dieses Verrats an der wissenschaftlichen Tiermedizin rein gar nichts!

Auf besonders hässliche Weise tat sich in diesem Zusammenhang auch die Österreichische Tierärztekammer hervor, indem sie Kolleginnen und Kollegen, die sich öffentlich gegen Quacksalberei und Pseudomedizin in der Tiermedizin äußerten, gar mit standesrechtlichen Konsequenzen bedrohte und sie damit zum Schweigen zu bringen versuchte. Die nassforsch-ignorante Haltung der Österreichischen Tierärztekammer zur Pseudomedizin ist sogar der „Initiative für Wissenschaftliche Medizin“ unangenehm aufgefallen, eine Tatsache, für die man sich als wissenschaftlich arbeitender Tierarzt durchaus fremdschämen sollte und darf!

Neben den Deserteuren in ihren Praxen und den Ignoranten in unseren Standesorganisationen gibt es leider noch eine dritte Art von Pseudomedizin-Anwender:innen unter uns, nämlich die Profiteure. Bei ihnen zeigt sich die Fr**ze der Quacksalberei in ihrer ganzen Hässlichkeit, denn sie verwenden Pseudomedizin als Umsatz- und Gewinngenerator, obwohl sie aufgrund ihrer Ausbildung ganz genau wissen, dass die jeweiligen Verfahren rein gar nichts bewirken. Sie faseln gern von „integrativer“, „ganzheitlicher“, „regulativer“ und „komplementärer“ Tiermedizin, in der offensichtlichen Absicht, dem schamlosen Abkassieren für völlig inhaltslose Heilsversprechen ein hübsches Mäntelchen umzuhängen. Sie können sich bei dieser amoralischen Masche der Zustimmung des schwurbelverliebten Teils der Kundschaft sicher sein, der immer gern „Zusammenarbeit“ und „Koexistenz“ zwischen Tiermedizin und Quacksalberei sehen würde, so nach dem Prinzip „the best of both worlds“. Eine Zusammenarbeit oder Kooperation kann es aber – wollen wir ehrlich bleiben – nicht geben. Bei Quacksalberei geht es immer auch um Leib und Leben der Patienten. Für die wissenschaftliche Medizin muss es also um strikte Distanzierung gehen, auf gar keinen Fall um einen wie auch immer gearteten Schulterschluss.

Eigentlich ist es ganz einfach: Wer auch immer ein auf zwangsläufig wissenschaftsfreien Spinnereien eines seit 178 Jahren toten Quacksalbers beruhendes, definitiv nicht wirksames „Heilverfahren“ und andere Schwurbeleien an vertrauensvollen Patienten anwendet oder diese Anwendung propagiert, unterstützt oder protegiert, hat entweder seinen wissenschaftlichen oder aber seinen moralischen Kompass verlegt!

Bleiben Sie mir gewogen, bis bald, Ihr

Ralph Rückert

© Ralph Rückert
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10/10/2025
24/09/2025

Dr. Susanne Lautner - Tierarztpraxis & Hundeschule

17/08/2025

Adresse

Bergheidengasse 23
Wien
1130

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Über meine Arbeit

Liebe Interessenten! Ich bin Tierärztin mit eigener Praxis in Wien-Hietzing und bin 24 Stunden/Tag (auch an Sonn- und Feiertagen) für Auskünfte und Notfälle erreichbar.

Außerdem betreibe ich eine Hundeschule und mache Verhaltenstherapie und -beratung für Hunde und ihre Menschen. In meinen Welpenkursen mit max. 4 Hunden achte ich darauf, dass die Welpen im Wesen und Spielverhalten zueinander passen. Sie lernen in Einzelstunden, was Ihr Hund im Alltag braucht (u.a.sichere Abrufbarkeit, an der lockeren Leine gehen, warten vor dem Überqueren der Straße), wie Hunde untereinander sowie mit uns Menschen kommunizieren (Beschwichtigungssignale, Aggressionsverhalten) und wie Hunde lernen.

Ich biete: Social Walks, Junghundestunden, Lernen für erwachsene Hunde, Vorbereitung auf die Prüfung für den Hundeführschein, Maulkorbtraining, verpflichtender Sachkundenachweis.

Verhaltenstherapie