Letztes Wochenende durfte ich ein Pferd begleiten, das sich aktuell noch nicht selbst tragen kann.
Ein Pferd, das versucht, alles richtig zu machen – aber in einem Körper steckt, der sich festhält statt fließt.
Und genau hier beginnt für mich echte Ausbildung.
Wir starteten mit einer ruhigen Einheit vom Boden aus.
Ziel war nicht, das Pferd zu formen.
Sondern ihm die Möglichkeit zu geben, sich neu zu fühlen.
Durch gezielte Wendungen der Hinterhand begannen wir, Mobilität ins Becken zu bringen. Die Bewegung des Beckens beeinflusst direkt die Rumpfstabilität – und bereitet das Pferd darauf vor, unter den Schwerpunkt zu treten.
Die tiefe Bauchmuskulatur wurde aktiviert, die Lendenpartie durchlässiger, der Schweif begann zu pendeln.
In den Seitengängen – korrekt vorbereitet, ohne Spannung im Genick – arbeiteten wir an der schrägen Bauchmuskulatur, die für die Stabilität des Rumpfes verantwortlich ist. Gleichzeitig wurden die diagonalen Muskelketten angesprochen, die das Pferd zentrieren und in Balance bringen.
Ein besonderer Fokus lag auf der Lösung des M. brachiocephalicus – einem Muskel, der vom Kopf über die Schulter zieht und oft unbemerkt Spannung in die Vorhand bringt.
Durch feine Impulse und langsames Mitgehen zeigte ich dem Pferd, wie es diesen Muskel loslassen kann.
Was folgte, war sichtbar und spürbar: Der Brustkorb hob sich leicht. Der Hals wurde länger. Die Atmung tiefer.
Und das Schönste:
Das Pferd begann, sich selbst zu helfen.
Es fand Wege, Spannung abzubauen – nicht durch Zwang, sondern durch eigene Bewegung, durch Spüren, durch Vertrauen. Genau hier beginnt die Fähigkeit zur Selbsthaltung – nicht, wenn das Pferd in einer Form läuft, sondern wenn es seinen Körper organisiert und in sich stabil wird.“ Wenn es gelernt hat, sich selbst zu regulieren.
Diese Art von Arbeit ist still.
Unspektakulär.
Aber sie ist die Grundlage von allem, was danach kommt. #bodenarbeit #arbeitanderhand #dressurreiter #equestrianofinst
Kein Spektakel – nur echtes Training
Vielleicht wirken meine Videos nicht spektakulär. Vielleicht denkst du: „Da passiert doch gar nichts Besonderes.“ Und genau das ist der Punkt.
Denn so sieht echtes Training aus. Keine dramatischen Szenen, keine perfekt inszenierten Momente – sondern konzentrierte Arbeit an der Basis.
Richtiges Training besteht nicht aus Highlights, sondern aus stetiger, geduldiger Arbeit. Wer nur das Spektakuläre sucht, übersieht, wie wichtig die kleinen Fortschritte sind. Und genau die machen den Unterschied – für ein gesundes, zufriedenes Pferd.
Siehst du in deinem Training die kleinen Fortschritte oder suchst du nach großen Highlights? Schreib’s in die Kommentare! #dressurpferd #basisarbeit #equine #crdressur
Man darf einfach nicht aufgeben. Egal wie schwer es ist, man kann kämpfen. Vielleicht ist das nur einer dieser Momente, in denen es kurz bergauf geht, bevor es wieder schwerer wird. Aber selbst dann werde ich weitermachen – für ihn.
Heute hatte ich das Gefühl, dass ich vom Boden aus genug Stabilität geschaffen habe, um den nächsten Schritt zu gehen. Also habe ich mich draufgesetzt, gefühlt, beobachtet – und es hat sich wirklich gut angefühlt. Teilweise sogar richtig angenehm. Er hat immer wieder den Rücken aufgewölbt, sich auf beiden Seiten wunderschön gedehnt und mir von Anfang an zugehört.
Im Galopp wurde er etwas übermütig, aber dabei trotzdem vorsichtig – er passt immer auf mich auf. Und ich habe es einfach genossen, diese Energie zu spüren, diesen Moment, in dem er locker und voller Power war. Natürlich habe ich nicht lange gemacht, um ihn nicht zu überfordern. Wichtig ist, dass er zufrieden ist und sich wohlfühlt.
Morgen werde ich ihn wieder vom Boden aus arbeiten und schauen, ob ich den Wechsel zwischen Bodenarbeit und Reiten beibehalte. Aber er braucht auch immer mal einen freien Tag – das spürt man deutlich, und das respektiere ich.
Der Weg ist noch lang, und es gibt noch viel zu tun. Aber ich bin einfach nur dankbar, dass ich ihn gehen darf.
Warum ich jetzt viele Wendungen, Konterstellung , Seitengänge und Dehnung reite
Im Training setze ich aktuell verstärkt auf Wendungen, Konterstellung, Seitengänge und Dehnung. Der Grund dafür liegt in einem spannenden biomechanischen Konzept: dem tensegralen Bewegungsprinzip.
Was bedeutet „tensegral“?
Der Begriff „Tensegrity“ stammt ursprünglich aus der Architektur und beschreibt ein System, das durch ein Gleichgewicht aus Zug- und Druckkräften stabil ist. Übertragen auf das Pferd bedeutet das, dass nicht nur einzelne Muskeln arbeiten, sondern der gesamte Körper in einer dynamischen Spannung steht – Faszien, Muskeln und Gelenke sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig.
Warum sind Wendungen, Konterstellung, Seitengänge & Dehnung so wichtig?
✔ Wendungen: Fördern die Mobilität der Wirbelsäule, verbessern die Balance und helfen dem Pferd, sich gleichmäßig auszubalancieren.
✔ Konterstellung und Biegung: Lösen Blockaden und Verspannungen, verbessern die Flexibilität und fördern das bewusste Ansteuern der Hinterhand.
✔ Dehnung: Ermöglicht eine stabile Rumpfmuskulatur und eine gesunde Aufrichtung, indem sie die Faszien geschmeidig hält und Verkürzungen im Muskelapparat verhindert. ✔ Seitengänge mobilisieren die Wirbelsäule und helfen dem Pferd, sich besser um das Reitergewicht zu organisieren.
✔ Sie fördern die diagonale Verschiebung von Kräften, wodurch das Pferd lernt, seine Hinterhand effizienter zu nutzen.
✔ Die aktive Dehnung der seitlichen Faszienketten verbessert die Durchlässigkeit und Losgelassenheit.
✔ Sie schulen das Gleichgewicht, indem das Pferd lernt, seine Struktur in Bewegung auszubalancieren. Gerade für Baby ist dieses Training jetzt besonders wichtig, um ihn nach seiner Pause wieder gleichmäßig aufzubauen. Ich möchte ihm helfen, seine natürliche Balance zu finden, seine Beweglichkeit zu verbessern und seine Hinterhand wieder aktiv ins Spiel zu bringen. Stiefel : @reiten_leder g
Ich habe diesen Text so oft geschrieben und wieder verworfen, weil es zu diesem Thema einfach so viel zu sagen gibt. Doch am Ende zählt vor allem eins: Babys Entwicklung macht mich unglaublich glücklich.
Er hat sich so positiv verändert – sein Hals dehnt sich frei, sein Brustkorb ist beweglicher, und er kann sich endlich losgelassen und mit echter Körperharmonie bewegen. Die Verspannungen, die ihn vorher blockiert haben, lösen sich, und man sieht, wie sich sein gesamtes Bewegungsmuster verbessert.
Und genau das zeigt mir: Er ist jetzt bereit, geritten zu werden. Nicht, weil ich es möchte, sondern weil er selbst die körperlichen Voraussetzungen dafür geschaffen hat – aus eigener Kraft, mit einer gesunden Basis und in einer Haltung, die ihm ermöglicht, sich biomechanisch korrekt zu bewegen. Ich freue mich riesig auf diesen nächsten Schritt mit ihm, denn jetzt fühlt sich alles genau richtig an. #biomechanisch #tensegralespferdetraining #backtothebasics
✨ Erster richtiger Ritt mit Baby – ein Neustart! ✨
Nach Wochen der Bodenarbeit war es heute soweit: Ich bin Baby wieder aktiv unter dem Sattel geritten! Zwar habe ich zwischendurch mal mit dem Pad hineingefühlt, aber mit Sattel ist es doch nochmal eine andere Herausforderung.
Wir sind 20 Minuten zur Reithalle geritten – eine gute Gelegenheit, um zu spüren, wie stabil er sich trägt. Danach habe ich mir 10 Minuten auf dem Platz genommen, um bewusst zu fühlen:
✔ Ist die Körperspannung positiv?
✔ Dehnt er sich vorwärts-abwärts?
✔ Bleibt die Hinterhand aktiv?
Und ja – für den Anfang war es richtig gut! ✨ Er war locker, schwungvoll und unter dem Schwerpunkt, hat die Tiefe gesucht und sich spürbar selbst getragen. Besonders seine Rumpfstabilität hat sich verbessert – eine Schwäche, an der wir intensiv gearbeitet haben.
Warum ist das so wichtig?
Viele denken, dass Trageerschöpfung nur vom Reiten kommt – aber das ist nicht ganz richtig. Ohne gezielte Muskulatur kann ein Pferd den Reiter nicht korrekt tragen. Wenn die Rumpfmuskulatur nicht stark genug ist:
⚠ Sackt die Brustwirbelsäule ab → Das Pferd kippt auf die Vorhand.
⚠ Die Kompensation setzt ein → Es arbeitet mit falschen Muskeln, was langfristig zu Verspannungen & Überlastung führen kann.
Genau deshalb habe ich ihn erst vom Boden aus aufgebaut – damit er mich jetzt gesund tragen kann.
Natürlich fehlt uns beiden noch die Kondition, um diese gute Körperspannung langfristig zu halten. Die nächsten Wochen stehen daher im Zeichen von:
🔹 Dehnung & Balance – für einen geschmeidigen, losgelassenen Körper.
🔹 Seitengängen & Wendungen – um ihn in seiner Tragkraft weiter zu fördern.
🔹 Kurzen, effektiven Einheiten, um Überlastung zu vermeiden.
Heute war ein super Start – ich bin einfach glücklich & zufrieden! ❤️✨ Jetzt heißt es dranbleiben, langsam steigern und gesund aufbauen.
Was sind eure Erfahrungen mit dem Wiederaufbau nach einer Pause? Schre
Snowy 💕 wer macht die bessere Beinarbeit 🤣 #equestrian #offenstallhaltung #offenstallpferd
Warum ich nicht einfach los reite – der Sinn hinter Johnys Bodenarbeit! Die harte Wahrheit: „Einfach draufsetzen“ kann mehr schaden als nutzen!
Stell dir vor, du müsstest einen Marathon laufen – ohne Vorbereitung, mit einem schweren Rucksack auf dem Rücken. Genau das passiert, wenn wir Pferde zu früh oder falsch arbeiten:
❌ Untrainierte Muskeln → Gelenke & Bänder werden überlastet.
❌ Kompensationsmuster entstehen → Schmerzen werden „antrainiert“.
❌ Vertrauen geht verloren → Das Pferd fühlt sich unverstanden.
5 Gründe, warum du nicht darauf verzichten solltest:
🩷 1. Du erkennst Probleme frühzeitig!
Asymmetrien, Taktfehler, Verspannungen – vom Boden aus sichtbar, im Sattel oft verborgen.
🩷 2. Du baust gezielt Muskeln auf!
✔ Tiefenmuskulatur für Stabilität
✔ Rumpftrage-System für gesunde Bewegung
🩷 3. Dein Pferd kann mit dir „sprechen“!
Kopfschütteln, Blinzeln, Zurückweichen – es zeigt dir, wo es Schwierigkeiten hat.
🩷 4. Du durchbrichst den Teufelskreis „Angst → Verspannung → Schmerz“!
Klare Signale, Lob & Pausen helfen, Blockaden zu lösen.
🩷 5. Dein Pferd lernt ohne Stress!
Kein Druck, sondern Vertrauen, Balance & Körpergefühl.
📣 Mein Appell:
Sucht die Ursache– nicht das Symptom bekämpfen!
- Gib deinem Pferd Zeit – es geht nicht um „Quick Fixes“, sondern darum, gemeinsam ein neues Körpergefühl zu entwickeln.
Johnys tägliche Essentials für eine gesunde Biomechanik:
✅ Faszien lösen & Massagen
✅ Dehnungen an der Hand
✅ Seitliche Flexionen im Stand
✅ Seitwärts treten lassen
✅ Halten & Loslassen
✅ Kurze Trabsequenzen – und wieder lösen
✔ Mobilisation + Dehnung + Lateralarbeit = Biomechanik-Upgrade
Seht ihr, wie sich der Hals verändert? Was fällt euch auf?👇 Findet ihr das Thema interessant? #BiomechanikMitHerz #GemeinsamWachsen
Heute hatte ich die Gelegenheit, Borneo von Bellany x Don Deluxe, das Nachwuchspferd einer Freundin, kurz zu reiten. Eine spannende Erfahrung, denn es ist immer interessant, junge Pferde zu fühlen und ihre Balance, Sensibilität und natürliche Bewegung wahrzunehmen. Während der Pausen habe ich meiner Freundin ein paar Dinge erklärt, auf die sie achten sollte – nicht nur bei ihm, sondern das gilt auch bei anderen Pferden:
✨ Kein Druck, wenn sie gucken
Junge Pferde sind neugierig, manchmal unsicher, manchmal vorsichtig. Der größte Fehler wäre, mit Druck oder harter Hand zu reagieren. Stattdessen ist es unsere Aufgabe, ihnen Sicherheit zu geben und ihnen zu helfen, sich selbst zu regulieren.
✨ So wenig wie möglich mit der Hand arbeiten
Viele Pferde haben heute ein viel zu leichtes Genick und neigen dazu, sich hinter dem Zügel zu verkriechen. Ein Zeichen dafür, dass sie aus der Balance geraten und versuchen, sich dem Druck zu entziehen. Die Lösung? Nicht mehr Zügel, sondern weniger! Statt zu ziehen oder festzuhalten, müssen wir das Pferd in seiner Natürlichkeit unterstützen – durch Sitz, Atmung und feine Impulse.
✨ Balance und Losgelassenheit als Basis
Bevor es um Anlehnung geht, bevor es um Formgebung geht, braucht jedes Pferd zunächst eins: seine Balance. Ohne Balance gibt es keine echte Losgelassenheit. Ohne Losgelassenheit gibt es keine Dehnung. Und erst, wenn ein Pferd gelernt hat, sich selbst in jeder Situation auszubalancieren, können wir es nachhaltig in die Anlehnung begleiten.
Das braucht Zeit – und Geduld. Aber wenn man sich diese Zeit nimmt, hat man am Ende ein Pferd, das wirklich losgelassen, ausbalanciert und fein an den Hilfen steht. Borneo hat heute einen tollen Job gemacht, und ich freue mich, euch bei der weiteren Entwicklung zu begleiten, vor 13 Jahren haben wir uns kennengelernt und ich durfte dich und Leo begleiten. Ich bin gespannt auf die Reise mit deinem Nachwuchsstar.
#Jungpferdeausbildung #Pferdetraining #Nachw
Sound on 😅 Nutzt das Audio gerne ☺️ #pferde #reiter #heuistunsergold #reitersong #pferdemädchen