16/12/2023
Abschied und Annahme
Ende des Jahres, Winterzeit und die Einkehr ins Innere.
Eine besondere Zeit, die ich mehr denn je für mich entdecke.
Zwei Themen, die mich dieses Jahr mit Pferd, mit Mensch begleitet haben, sind Abschied und Annahme.
In der Selbsterfahrung mache ich für mich, die Menschen, die mit mir arbeiten und die Pferde, die uns so viel geben, wieder und wieder die Erfahrung, wie individuell die Wahrnehmungen, die Erkenntnisse und die Hürden sind, die wir allesamt erleben, wenn wir einen Blick auf uns, aufs Innere werfen.
Und doch entdecke ich neben dieser individuellen Spur immer wieder, wie einen roten Faden, etwas, was sich im Gefühl verborgen, uns alle durchzieht und verbindet.
Es hat viele Namen und Beschreibungen und doch kommt es am Ende bei uns allen an.
Zwei Begleiterinnen in diesem Gefühl von Verbundenheit mit Pferden und Menschen, sind für mich in diesem Jahr der Abschied und die Annahme gewesen.
Abschied von inneren Anteilen, die da in der Integration sind, sich auflösen, sich loslassen.
Abschied von inneren Glaubenssätzen, Wahrheiten, Bildern und Denk- und Handlungsmustern, die sich allesamt als altertümliche Botschaften aus einer anderen Zeit entpuppen.
Abschied auch von der Vorstellung einer Welt, die sich immer logisch erklärbar zeigt.
Annahme von dem was gerade ist.
Die Einsicht, dass jedes Leben seiner eigenen Spur folgt und nur in geringem Maße Abweichungen davon vorgesehen sind.
Dass diese Abweichungen meist hart erkämpft werden und nur selten zu einer Entwicklung führen. Oft bleibt Mensch in seinen eigenen Verschlingungen und Windungen stecken.
So ist es.
Annahme, dass Menschlichkeit sich im ganzen kleinen, inneren Funken entwickelt, dem Funken von Selbsterkenntnis, von Eigenverantwortung und Offenheit darüber, was nicht verstanden wurde.
Die Wahrheit liegt eben in den Widerständen begraben und die sind nur selten klar an der Oberfläche erkennbar.
Sind sie entdeckt, dann kommt die Einsicht, dass es nichts mehr zu kämpfen gibt, sondern nur noch zu sein.
Blicke ich auf ein Pferd, dann fühle ich das.
Dann erscheint die Welt doch vollkommen und logisch:
Es gibt gerade nichts zu tun, außer gemeinsam zu sein.