04/12/2024
Ich nenne dieses Bild: „Das Leid eines Trainer:innen Hundes.“
Was macht einen Trainer:innenhund aus?
Was muss er können?
Ich hoffe, wir haben mittlerweile alle dieses Klischee aus dem Kopf, dass ein „Trainer:innenhund „perfekt“ sein muss. Das muss er nicht! Und das sind auch die wenigsten. Wir Trainer:innen sind halt auch nur Menschen. Wir sind auch schlampig und auch oft nicht so konsequent wie wir gerne wären. Wir haben auch unsere Baustellen und sind manchmal auch einfach blind. Weil‘s halt auch einfach nur unser Hund ist, ein Familienmitglied und unser täglicher Begleiter. Und wer mir sagt, er sei immer konsequent und es würde ihm nichts durchrutschen, bei dem würde ich gerne mal ein Praktikum für‘s Leben machen.
Ich erwische mich immer wieder dabei, dass mir Dinge peinlich sind, die mein Hund tut oder eben auch nicht tut. Gerade wenn ich Kunden zum ersten Mal sehe, dann erwische ich mich dabei wie ich hoffe, dass Balou sich nicht daneben benimmt. Dabei freuen sich die allermeisten Kunden darüber, wenn auch mein Hund sich mal daneben benimmt weil sie eben sehen, dass auch bei mir nicht immer alles perfekt läuft.
Was meinen Hund allerdings von Anderen unterscheidet: er ist es gewohnt regelmäßig in großen Hundegruppen zu sein, regelmäßig angepöbelt zu werden, regelmäßig als Versuchsobjekt missbraucht zu werden wenn es darum geht einen Hund im Sozialkontakt einzuschätzen. So wie heute. Balou durfte mal wieder einen Hund kennenlernen, der an der Leine gepöbelt hat, aktuell auf Pflegestelle war, der bisher dort noch keinen direkten Kontakt hatte, dessen Einschätzung allerdings wichtig ist für seinen weiteren Werdegang. Und siehe da: es war mehr heiße Luft als alles Andere. Balou hat seinen Job mal wieder mit Bravour gemeistert.
Was müssen Hundetrainer:innen-Hunde können? Frust aushalten, nicht dran sein, Verhalten abrufen wenn gewünscht und gebraucht, sitzen bleiben, liegen bleiben, da sein.
Und neben alledem irgendwie auch Hund sein, Alltagsbegleitung, Bürohund, Familienmitglied, mit allen Ecken und Kanten.
Ich sag‘s viel zu selten aber ich bin froh, dass ich ihn habe. Er macht mit mein Leben, nicht nur als Mitarbeiter, so viel besser!